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Der Plakatewald hat Hochsaison, bald sind Wahlen

Es ist wieder soweit. Am Sonntag, 19. Oktober wählt die Schweiz Ihr Parlament für die nächsten 4 Jahre. Diese Woche wurden vielerorts die ersten Wahlplakate aufgehängt. Grund genug hinter die Kulissen zu schauen und die verbalen Aussagen den Signalen der Körpersprache gegenüber zu stellen. Aus der Forschung wissen wir, dass der Hauptträger einer Botschaft die nonverbale Sprache ist. 

 

Doch was sagen die einzelnen Plakate aus?

Der Motivkompass

Um das genauer zu betrachten, ist es notwendig, die Motive zu analysieren. Dazu dient uns der Motivkompass, entwickelt von Dirk W. Eilert, Deutschlands führendem Experten für nonverbale Kommunikation.

 

In einer von Dirk W. Eilert im Frühjahr 2016 durchgeführten Studie haben 128 Versuchspersonen insgesamt 100 unterschiedliche Motivbegriffe in den Motivkompass eingeordnet. Die daraus resultierende Position der 64 aussagekräftigsten Motivbegriffe sehen Sie in der abgebildeten Darstellung des Motivkompasses. Dabei geht es weniger um die exakte Position eines einzelnen Begriffs, sondern vielmehr um die Motivfelder, die sich daraus ergeben. 

 

Vielleicht fragen Sie sich nun, was dies mit der Politik zu tun hat und warum die Motive für ein Wahlplakat so relevant sind. Nur wenn das Motiv der Kernaussage des Plakates mit der Darstellung übereinstimmt, ergibt sich daraus ein schlüssiges Bild.

Z.B. wenn der Kandidat eine Dominanzaussage trifft (oben rechts in Durchsetzung & Einfluss) im Bild jedoch Angst oder Trauer sichtbar sind, dann ergeben sich daraus ein Missstand zwischen Bild und Aussage. Die Frage ist nun, was hat mehr Gewicht? 

Die Forschung zeigt uns, dass das Bild mehr Aussagekraft hat wie der Text. Neben der Aussage im Text ist auch der Widerspruch ein Thema. Unser Hirn benötigt eine gewisse Logik. Der aus diesem Widerspruch entstehende Konflikt nennt sich in der Psychologie kognitive Dissonanz.

Die 4 Felder im Motivkompass

Inspiration & Leichtigkeit:

Inspiration durch Neues suchen und frische Ideen kreieren, sowie flexibel und spontan handeln. Es geht um Leichtigkeit, Kreativit und Lebenslust. Veränderungen werden mit offenen Armen begrüsst.

 

Harmonie & Geborgenheit:

Zwischenmenschliche Wärme und harmonische Beziehungen pflegen, sowie ein friedliches und partnerschaftliches Miteinander bewahren. Es geht um Fürsorge, Wohlbefinden und Empathie.

 

Durchsetzung & Einfluss:

Fokussiert und kraftvoll handeln, sich gegen Widerstände durchsetzen und Ziele erreichen, sowie Einfluss aufbauen. Es geht um energievolles und zielorientiertes Voranschreiten.

 

Ordnung & Stabilität:

Mit Sorgfalt und Genauigkeit die Situation betrachten und analysieren. Struktur und Verstehen sind wichtig. Es geht um vernünftiges und sauberes Abwägen, sowie um Sicherheit, Beständigkeit und Moral.

 

Diese vier Grundbedürfnisse stehen in enger Verbindung mit unseren Hormonen Dopamin, Oxytocin, Testosteron und Cortisol.

Mehr dazu gibt es in meinem Blogbeitrag

Wie wirkt sich das Motiv auf die Emotion aus?

Nicht nur Motiv- und Wertebegriffe lassen sich in den Motivkompass einordnen, sondern auch die Primäremotionen haben ihre neurobiologisch begründbare Position darin.

 

Sobald das gezeigte Bild (Körpersprache) und die darin enthaltene Emotion nicht mir der Kernaussage übereinstimmt, sind wir wieder beim Thema der kognitiven Dissonanz, also dem Widerspruch.

Haben Sie einen Favoriten, dessen Auftritt Sie mal etwas genauer betrachten möchten? Schreiben Sie es in die Kommentare. Es wäre mir eine Freude, Ihre persönlichen Favoriten etwas genauer anzuschauen.

 

Liebe Grüsse

Ihr Mike Werder

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